Rüsselheim e. V.
Respektvoller Umgang darf nicht an der Stalltür enden
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Die Geschichte

Doris   Rauh:   Oft   habe   ich   Diskussionen   mit   Leuten,   die   gegen Freikäufe   von   Schlachttieten   sind.   Einige   namhafte   versuchen sogar   mit   Repressalien   schrillster   Couleur,   die   Unterstützer von Tierfreikäufen unter Druck zu setzen... Ich   sage   Euch   jetzt,   warum   ich   in   Zeiten   des   Umbruchs,   in denen   wir   hoffentlich   leben,   diese   Form   der   Tierbefreiungen für   unerlässlich   halte.   Vielleicht   gebe   ich   Euch   hier   mit   Oma Lotti   unser   härtestes   Beispiel:   Oma   Lotti   ist   heuer   14   Jahre   alt geworden. Über   10   Jahre   ihres   Lebens   verbrachte   sie   im   Kastenstand   in einem   Raum   ohne   natürliche   Lichtquelle.   Neonlicht   an,   oder Neonlicht aus. Meistens ausgeschaltet. Ihre   einzige   Abwechslung   war   die   zweimalige   Fütterung   am Tag   oder   wenn   sie   zum   Besamen   2   oder   3   Mal   im   Jahr   für   ein paar   Minuten   bis   zu   einer   halben   Stunde   mit   dem   Deckeber zusammen     gesperrt     wurde     und     dafür     den     Kastenstand verlassen    durfte.    Das    war    in    den    letzten    5    Jahren    unser Poppy. Sie   hatte   in   ihrem   Leben   etwa   20   bis   25   Würfe.   Sie   hat   ALLE ihre    Kinder    überlebt,    die    ihr    mit    etwa    5    bis    6    Wochen entrissen   wurden.   Sie   wurden   gemästet   und   geschlachtet   wie es     "ihre     NATÜRLICHE     Bestimmung     ist"     wie     man     auf amtsdeutsch sagt. Welchen   Überlebenswillen   muss   dieses   wunderbare   Wesen gehabt haben, das alles zu ertragen und auszuhalten? Als   ich   entschieden   hatte,   sie   als   erstes   Tier   in   Buttenwiesen freizukaufen,   hat   sie   schon   nicht   mehr   aufgenommen   und   war unfruchtbar und somit unbrauchbar geworden.
Mutterschweine Mutterschweine Susie, Trudi & Co. Susie, Trudi & Co. Knirpsschweinchen Knirpsschweinchen
Hätten wir die nicht zu einem Rüsselheim-Schwein gemacht, wäre sie nun seit spätestens Mitte 2012 tot und "verwurstet" worden. Sie lebt heute zusammen mit 14 anderen Mutterschweinen und drei Minipigs sowie dem ehemaligen Deckeber Eberhard bei meiner lieben Freundin Angela Dunkelberg und deren engagierten Tochter Alex Dunkelberg auf dem Gnadenhof Lemuria in Waldbröl. Was   ich   aber   eigentlich   sagen   wollte,   ich   persönlich   bin   ein   absoluter   Verfechter   der Freikäufe   von   Schlachttieren!   Denn   das   ist   aus   meiner   Sicht   die   letzte   Konsequenz des Antispezisismus! Einfach   erklärt,   hätte   ich   ein   Kind   und   es   würde   entführt,   würde   ich   dann   nicht   sogar mit   öffentlich   anerkannten   Kriminellen   kooperieren   und   notfalls   gegen   exorbitante Lösegeld-Summen versuchen, mein Kind zu befreien? Würdet   Ihr   das   nicht   tun?   Warum   also   sollte   es   schlecht   sein,   ein   Tier   freizukaufen, das sonst in den sicheren Tod geschickt wird? Und   ich   bezweifle,   dass   diese   Leute   so   vehement   gegen   Freikäufe   wären,   wenn   sie selbst die Betroffenen wären! Für   alle,   die   es   noch   nicht   verstanden   haben,   Tiere   sind   keine   Produktionsgüter   oder unsere Sklaven, sie sind unsere Schutzbefohlenen! Und   wenn   Ihr   einen   anderen   Weg   geht,   der   die   Menschen   von   der   Konsumierung von   Tieren   wegbringt,   geht   ihn   und   ich   werde   Euren   Weg   nicht   kritisieren,   solange   er der Sache dient, denn es ist EUER Weg. Und   mein   Weg   ist   der,   den   Menschen   diese   Tiere   nahezubringen,   weil   ich   auch ihretwegen aufgehört habe, sie zu essen. Und    ich    werde    diesen    Weg    gehen,    mit    allen,    die    diese    Tiere    als    vollkommen gleichberechtigte    Lebewesen    sehen.    Und    wenn    sich    so    mancher    noch    so    laut echauffiert,   werde   ich   an   der   Seite   dieser   Tiere   bleiben   und   ich   freue   mich   über   jeden einzelnen, der ebenso nicht von ihnen weicht! Das   ist   mein   Dankeschön   an   alle   Paten,   die   Geschichten   wie   die   von   Oma   Lotti ermöglichen!”
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von Oma Lotti

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