Rüsselheim e. V.
Respektvoller Umgang darf nicht an der Stalltür enden
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Über der Regenbogenbrücke

Sie   stand   fast   11   endlos   lange   Jahre   in   einem   Kastenstand   mit   Blick   auf   eine   Wand in   einem   Raum   ohne   Tageslicht,   vor   ihr   der   Futterbarren.   Platz   für   einen   Schritt nach   vorne   oder   einen   Schritt   zurück,   seitlich   wenige   Zentimeter   Raum   -   rechts   und links daneben das gleiche Bild mit anderen gepeinigten Muttertieren. Sie    gebar    2    bis    3    mal    im    Jahr    5    bis    11    Ferkel    je    Wurf.    Im    Laufe    ihrer Zuchtsauenhaltung   waren   es   sicher   25   Würfe   dieser   Art,   eher   mehr.   Hunderte Kinder, die sie mit 6 Wochen an die Fleischindustrie verlor. Als    Rüsselheim    mit    der    Muttersauenrettung    in    Buttenwiesen    begann,    war    Lotti bereits   steril   und   stand   auf   der   Schlachtliste.   Keines   ihrer   Kinder   war   noch   da.   Lotti hatte   sie   alle   überlebt.   Wie   sehr   muss   ein   Tier   an   seinem   Leben   hängen,   um   über 10 Jahre Kastenstand zu überstehen, ohne aus Kummer und Leid zu sterben? Sie   war   das   erste   Tier,   das   Rüsselheim   gerettet   hat   und   ihre   Patin   hat   für   sie   bis zum   heutigen   Tag   ihre   Vollpatenschaft   getragen!   -   Danke   von   Herzen   an   Colette Poos!   Zuletzt   war   Lotti   nicht   mehr   sehr   gut   zu   Fuß,   aber   sie   aß   bis   fast   zuletzt   mit   bestem Appetit.
22. Juni 2017
Oma Lotti
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Eine   liebe   Freundin   Angela   Dunkelheit   hat   sie   noch   wochenlang   bekocht,   aber   schließlich   blieb   auch   ihr   Lottis   einst   gesegneter Appetit   aus. Als   sich   Lotti auf den Weg in ihr neues Sein machte, haben wir sie gehen lassen. Verhungern sollte sie nicht. Wir   haben   eine   große   Persönlichkeit   und   eine   wunderbare   Seele   aus   unserem   Gesichtskreis   verloren.   Sie   ist   jetzt   sicher   umringt   von   Hundertschaften ihrer Kinder! Es sind diese Gefährten wie Oma Lotti, die Rüsselheim ausmachen und die immer in unseren Gedanken und Herzen bleiben werden! Niemand   würde   je   aushalten   und   erdulden,   was   Oma   Lotti   durchgestanden   hat.   Keine   Dekaden   bei   uns   hätten   je   wieder   gutmachen   können,   was   ihr   an Leben   genommen   wurde   und   welches   Leid   ihr   zugemutet   worden   war,   aber   sie   hat   jeden   Moment   ihres   neuen   Lebens   in   den   5   Jahren   bei   uns aufgesogen, und sie wurde von jedem geliebt, der sie kennenlernen durfte. Mit jeder Borste wird unser altes Mädchen uns nun fehlen ...
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Die   junge   Färse   ist   bei   der   Geburt   ihres   ersten   Kalbs   in   weniger   als   einer   Minute verblutet   noch   bevor   die Tierärztin,   die   sich   sofort   auf   den   Weg   gemacht   hatte,   eine Chance hatte einzugreifen. Das Kalb konnte durch den Landwirt gerettet werden. Es ist ein Stierkälbchen. ANGEL   hatte   keine   Paten,   aber   sie   war   die   freundlichste   und   aufgeschlossenste unter den Galloways auf Fulda II. Leider auch die Zierlichste. Das Kalb ist schwarz, aber zeigt ganz klar die Züge von einem Black Angus. Sie war leider nicht von einem Bullen ihrer Rasse gedeckt worden! Ein schmerzvoller Verlust für uns und ihren Sohn, der nun ein Waisenkind ist, ANGEL, es tut uns so unendlich leid.
Wir trauern um ANGEL
7. September 2017
Quinn   war   festes   Mitglied   unserer   Zwergengruppe,   weil   er   immer   schon   etwas kümmerte.   Letzte   Woche   war   er   in   den   Stall   zurück   gebracht   worden,   weil   seine Lunge   erste   Anzeichen   von   Schwäche   zeigte.   Die   Tierärztin   hatte   ihm   noch   vier Spritzen    und    Antiboitika    verabreicht.    Mittags    ist    er    noch    herumgelaufen,    drei Stunden später fand Doris ihn leblos am Boden. Er hat ein tiefes Loch hinterlassen. Besonders   traurig   ist   es,   weil   in   diesem   Monat   Freikauf   und   Bepatung   für   ihn angedacht waren. Wir   hoffen   sehr,   dass   er   uns   die Arbeit   nicht   erleichtern   wollte,   denn   lieber   arbeiten wir hart, als dass wir ein schweres Herz haben.
QUINN musste uns verlassen
22. September 2017
Wir trauern um Bine
BINE,   die   kleine   ausgemergelte   Milchkuh   wurde   uns   geschenkt,   weil   sie   so   liebenswert   war. Davon   ist   sogar   ihr   Landwirt   überzeugt,   dem   sie   in   11   Jahren   9   Kälber   geboren   hat.   Sie   stand schon   am   Schlachttransport,   nachdem   sie   im   Januar   verkalbt   hatte,   aber   der   Landwirt   aus dem Fichtelgebirge hat sie dann doch wieder abgeladen. “Das kleine alte magere Weibi.” Sie    kam    mit    Jonathan    zu    uns.    Zwei,    wie    sie    unterschiedlicher    nicht    sein    konnten:    Der Haudegen und die Liebe in persona. BINE    kam    nach    Fulda    I,    zu    den    kleinen    Kühen    und    Riese    Anton.    Sie    war    schwerst mangelernährt.   6   Wochen   zuvor   schon   war   sie   das   erste   Mal   festgelegen.   Zweimal   haben   wir sie    mit    medizinischer    Intensivbetreuung    wieder    auf    die    Beine    gebracht.    Seither    war    der Tierarzt   fast   täglich   da.   Zur   Kontrolle   und   zum   Spritzen,   Infundieren,   Blutwerte   kontrollieren usw.. Nun   lag   sie   wieder   fest.   Über   Nacht   war   sie   trotz   aller   Maßnahmen   durch   den   Tierarzt   weiter abgefallen.   Um   11:55   Uhr   haben   wir   sie   gehen   lassen   müssen,   ihre   Temperatur,   die   wir   das erste    Mal    wieder    hochbekamen,    war    weiter    abgefallen    und    der    Sterbeprozess    hatte begonnen. Wenigstens den Todeskampf konnten wir ihr ersparen und den Schlachttod. Wir trauern um eine so liebe und brave und dankbare Kuh.
24. September 2017
Oktober 2017
Tina
Tina war die vermeintlich Stärkere der beiden Zwillingsmädchen PAULA & TINA. Leider   ist   sie   dann   an   unserem   ehemaligen   Pflegeplatz   im   Hunsrück   mehr   und   mehr   abgefallen und schließlich wurde sie zum Päppeln in die Eifel gebracht. Dort gewann sie etwas an Substanz, aber ihr Gesundheitszustand wurde niemals ganz stabil. Eines Abends war sie im Stall eingeschlafen - für immer …
Mai 2017
Mona
Februar 2018
Valentina
Unsere VALENTINA lebt nicht mehr! Sie    wurde    eingeschläfert.    Ich    fasse    es    selbst    noch    gar    nicht    und    habe    die    Obduktion angeordnet. Die   hatte   vor   ein   paar   Tagen   eine   Verletzung   und   lief   auffällig.   Trotz   Kalb   JASSIN   bei   Fuß hat   sie   gerindert   und   ist   wohl   aufgeritten   oder   eines   der   anderen   Tiere   ist   unglücklich   bei   ihr aufgeritten.   Sie   lag   nicht   fest   und   hatte   guten   Appetit.   Die   Tierärztin   kam   regelmäßig   und vermutete    eine    Verletzung    im    Beckenbereich,    evtl.    der    Muskulatur,    da    ihr    Blutbild einwandfrei war bis auf etwas erhöhte Entzündungswerte, die darauf hindeuteten. Es war aber augenscheinlich nichts, was man als dramatisch betrachten würde. Nun   hat   sich   ihr   Zustand   über   Nacht   drastisch   verschlechtert   und   sie   kam   in   Seitenlange   mit unkoordinierten   Ruderbewegungen.   Die   Tierärztin   und   der   Landwirt   konnten   sie   nicht   mehr in Bauchlage stabilisieren. Sie   haben   mich   nicht   erreicht   und   die   Tierärztin   hat   entschieden,   sie   aus   Tierschutzgründen zu euthanasieren. JASSIN ist nun ein Waisenkind! Ich kann noch nichts dazu sagen und bin außer mir. Bitte   fragt   mich   nichts   dazu.   Ich   erwarte   von   der   Obduktion   eine   Erklärung,   die   ihren   Tod rechtfertigt und habe auch den Bericht der Tierärztin an die Pathologie angefordert.
Februar 2018
Jamie
Er   hat   immer   die   spannendsten   und   kurzweiligsten   und   erfrischendsten   Geschichten   im Stall   I   erzählt.   Immer   war   er   da,   wo   er   seine   Plaudereien   zum   Besten   geben   konnte.   Er wurde   nie   müde,   uns   damit   zu   fesseln.   Nun   hat   er   sich   hingelegt   und   ist   wohl   doch   dieser Welt müde geworden. Er hat friedlich ausgesehen auf den Bildern, die ich bekommen habe. Wir   trauern   um   unsere   geliebte   Plaudertasche,   die   im   Sommer   2014   im   Rahmen   der   großen Ferkelrettung   mit   221   Tieren   zu   uns   gekommen   ist   und   immer   mit   großem   Vergnügen   zur Unterhaltung beigetragen hat. Es wird langweilig werden, kleiner Freund, ohne Dich in Stall I.
März 2018
Herbert
Er   ist   der,   den   alle   kannten.   Er   war   der   Erste   dieser   Schafherde,   die   nun   zur   Rettung Schlange steht, der einen Paten gefunden hat, weil er so besonders ist. Er    war    ein    Kümmerer    und    ein    Flaschenkind.    Wollte    nicht    recht    wachsen.    In    keine Richtung. Seine Frisur ist legendär. Sein Verhalten noch außergewöhnlicher. Er lag oft mal am Rücken, so dass unser Landwirt schon dachte: Oje...! Wenn er hinging zu HERBERT, stand HERBERT einfach auf und lief davon... Vorgestern   Abend   stand   er   nicht   auf   und   konnte   dann   auch   nicht   selbständig   stehen.   Er legte   sich   dann   in   Seitenlange.   Die   ortsansässige   Tierärztin   hatte   eine   größere   Kuh-OP und    keine    Zeit.    Ich    habe    den    Landwirt    mit    HERBERT    in    die    Tierklinik    für    Kleine Wiederkäuer nach Gießen geschickt. Er ist am Weg dorthin gestorben... HERBERT   war   immer   schon   so   ein   bisschen,   als   wäre   er   in   einer   anderen   Welt.   Er   ist vielleicht   jetzt   dort   ganz   angekommen,   wo   er   gedanklich   schon   so   oft   weilte.   Ich   wünsche ihm   sein   Zuhause,   wie   er   sich   es   vielleicht   ersehnt   hatte   und   mit   den   Seelen,   mit   denn   er sich verbunden fühlt. Es   ist   uns   eine   Ehre,   dass   HERBERT   unser   geliebter   kleiner   Gast   war,   wenn   auch   freilich viel zu kurz...
Mai 2018
Erna
Wir   trauern   um   die   kleine   ERNA.   Sie   ist   an   einer   Lungenentzündung   gestorben.   Ihre Schwester VIVIANE kämpft noch. Beide   stammen   aus   einem   verseuchten   Bestand   und   mussten   alles   durchmachen, was kein Schwein braucht. Das   Antibiotikum   hatte   leider   überhaupt   nicht   angeschlagen   und   da   Minischweine einfach   Schweine   sind,   ist   das   Spektrum   zugelassener   Medikamente,   die   prinzipiell   in den menschlichen Verzehr gelangen können, minimalst. ERNA,   Du   warst   so   ein   ruhiges   und   sonniges   Ferkelchen,   wir   werden   Dich   so   sehr vermissen! Den   Namen   hat   sie   von   mir   (Doris)   bekommen,   weil   sie   keine   Paten   hatte   und   einfach aussah wie Klein Erna.